Der Body-Mass-Index – kurz BMI – ist einer der bekanntesten Werte, wenn es um das Thema Körpergewicht geht. Ob in Gesundheitsstudien, beim Arzt oder in Fitness-Apps: Überall begegnet uns diese Zahl. Doch was genau sagt der BMI eigentlich aus? Und wie hilfreich ist er wirklich bei der Einschätzung unserer Gesundheit?
Was ist der BMI?
Der Body-Mass-Index ist ein statistischer Richtwert, der das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße beschreibt. Er soll eine grobe Orientierung bieten, ob jemand Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht hat. Entwickelt wurde der Index bereits im 19. Jahrhundert und hat sich über die Zeit etabliert – vor allem, weil er sehr einfach zu berechnen ist.
Wie wird der BMI berechnet?
Die Formel lautet:
BMI = Gewicht in Kilogramm / (Körpergröße in Metern)²
Ein Beispiel:
Eine Person wiegt 70 kg und ist 1,75 m groß.
BMI = 70 / 1,75² ≈ 22,9
Damit liegt diese Person im Bereich des sogenannten Normalgewichts.
Klassische BMI-Einteilung für Erwachsene
• Untergewicht: unter 18,5
• Normalgewicht: 18,5 – 24,9
• Übergewicht: 25 – 29,9
• Adipositas: ab 30
Diese Werte gelten für Erwachsene und berücksichtigen keine Unterschiede, etwa zwischen verschiedenen Altersgruppen oder ethnischen Hintergründen.
Warum der BMI trotzdem nützlich ist
Der BMI ist beliebt, weil er:
• sehr schnell berechnet werden kann,
• leicht verständlich ist,
• ein praktisches Werkzeug für Statistiken und größere Bevölkerungsgruppen bietet.
Für eine erste Einschätzung kann der BMI also durchaus hilfreich sein.
Die Kritik: Was der BMI nicht berücksichtigt
So praktisch der BMI auch ist – genauso oft wird er kritisiert. Denn er misst nicht, wie sich das Körpergewicht zusammensetzt. Zwei Personen können denselben BMI haben und trotzdem völlig unterschiedlich gebaut sein.
Der BMI berücksichtigt unter anderem nicht:
• Muskelmasse
• Körperfettanteil
• Fettverteilung
• Alter
• Geschlecht
• individuellen Stoffwechsel
• sportliche Aktivität
Ein sportlicher Mensch mit viel Muskelmasse kann beispielsweise einen BMI im Bereich „Übergewicht“ haben – obwohl die Person sehr gesund ist.
Welche Alternativen gibt es zum BMI?
Um ein genaueres Bild der eigenen Gesundheit zu bekommen, können ergänzend oder alternativ weitere Messmethoden sinnvoll sein:
• Taillen-Hüft-Verhältnis (WHR)
• Taillenumfang
• Körperfettmessung
• Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA)
• DEXA-Scan (genaue Messung der Körperzusammensetzung)
Diese Methoden zeigen deutlich besser, wie das Körpergewicht verteilt ist – und ob tatsächlich Gesundheitsrisiken bestehen.
Fazit: Orientierung ja, Diagnose nein
Der Body-Mass-Index ist ein hilfreicher Richtwert, aber kein vollständiges Diagnoseinstrument. Er liefert eine schnelle Orientierung, sollte aber immer im Kontext betrachtet werden. Für eine fundierte gesundheitliche Einschätzung spielen viele weitere Faktoren eine Rolle – vom Lebensstil über die Ernährung bis hin zur individuellen Körperzusammensetzung.
